Als „Terrorcamps“ werden Lager bezeichnet, in denen eine terroristische Ausbildung stattfindet. Personen, die sich in „Terrorcamps“ aufhalten, stammen in der Regel nicht aus der Gegend, in der sich das „Terrorcamp“ befindet. Ideologische Grundlage islamistischer „Terrorcamps“ ist der „Jihadismus“, d.h. die Überzeugung und die Bereitschaft, mit Gewalt gegen "die Ungläubigen" zu kämpfen („Jihad“).
Die meisten deutschlandstämmigen Personen, die am gewaltsamen „Jihad“ teilnehmen wollen, versuchen, „Terrorcamps“ in Waziristan zu besuchen. Waziristan ist die Oberbezeichnung für zwei pakistanische Provinzen Nordwaziristan (Hauptort: Miranshah) und Süd-Waziristan (Hauptort: Wana) an der Grenze zu Afghanistan. Die beiden Provinzen gehören zu den sogenannten „Federally Administered Tribal Areas“ (FATA), in denen die pakistanische Regierung nur beschränkte Autorität hat. Die einheimische Bevölkerung in Waziristan besteht zu fast 100% aus Paschtunen, der ethnischen Gruppe, die auch in Afghanistan die Bevölkerungsmehrheit stellt. Paschtunen stellen auch die große Mehrheit der Kämpfer der Taleban, sowohl der afghanischen als auch der pakistanischen. In Waziristan halten sich auch Kämpfer und Führungspersonen der „al-Qaida“ auf.
In ein „Terrorcamp“ zu kommen ist nicht einfach und bedarf immer der Vermittlung, die spätestens mit der meist illegalen Einreise nach Pakistan beginnt, die oft durch kriminelle Schleuserbanden gegen Bezahlung organisiert wird, und mit der Zuweisung in ein bestimmtes „Camp“ endet.