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Violence Prevention Network

Logo des Projektes: Violence Prevention Network - © VPN

Violence Prevention Network ist ein Verbund erfahrener Fachkräfte, die seit Jahren mit Erfolg in der Präventions- und Bildungsarbeit tätig sind. Mehrere Bundesministerien, die Justizbehörden der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hamburg sowie viele andere institutionelle Partner arbeiten von Beginn an mit Violence Prevention Network zusammen und schätzen die hohe fachliche Kompetenz und das gute Renommee des Programms "Verantwortung übernehmen - Abschied von Hass und Gewalt". Maßgeblich mitentwickelt und konsequent begleitet wurde das Programm durch die Bundeszentrale für politische Bildung. Im Rahmen der Ausweitung auf die Zielgruppe der fundamentalistisch gefährdeten jugendlichen Gewalttäter wurde der Zentralrat der Muslime in Deutschland ein weiterer wichtiger Kooperationspartner, über den zwei Imame für das Team der Trainer/innen gewonnen werden konnten.

Violence Prevention Network arbeitet seit zehn Jahren erfolgreich im Bereich De-Radikalisierung und Extremismusprävention bei jugendlichen, ideologisch motivierten Gewalttätern in Haft.

Das Programm "Verantwortung übernehmen – Abschied von Hass und Gewalt"

Ideologisch motivierte Gewalt fordert zahlreiche Opfer, zerstört Leben, verursacht soziale und materielle Kosten. Jährlich werden mehrere tausend politisch motivierte Gewaltdelikte registriert. 78 Prozent der inhaftierten jugendlichen Gewalttäter in der Bundesrepublik Deutschland werden rückfällig. Violence Prevention Network durchbricht diesen Kreislauf und reduziert ideologisch motivierte (rechtsextremistische bzw. fundamentalistische) Jugendgewalt.

Violence Prevention Network sieht die bewusste Verhaltensänderung als zentrale menschliche Fähigkeit. Jugendliche Gewalttäter können die zu einem gewaltfreien Leben nötigen Kompetenzen mit entsprechender Unterstützung selbst entwickeln: die Fähigkeit zur Selbstreflexion, die Fähigkeit, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, Beziehungsfähigkeit und Empathie. Das Violence Prevention Network Programm "Verantwortung übernehmen - Abschied von Hass und Gewalt" für ideologisierte jugendliche Gewaltstraftäter basiert auf diesen Grundannahmen der Verantwortungspädagogik®.
Ziel des Programms "Verantwortung übernehmen - Abschied von Hass und Gewalt" ist es, jungen Menschen, die wegen ideologisch motivierter Gewalttaten inhaftiert sind, zu einem eigenverantwortlichen, gewaltfreien Leben zu verhelfen, sie zur Distanz zu menschenverachtenden Ideologien zu befähigen und damit den Kreislauf von Gewaltverhalten und extremistischer Ideologie zu durchbrechen.

Das kombinierte Anti-Gewalt- und Kompetenz-Training (AKT®) während der Haft verknüpft pädagogische Arbeit mit politischer Bildung. Das maximal 12-monatige Stabilisierungscoaching gewährleistet mit der Weiterbetreuung der Jugendlichen nach ihrer Entlassung den Transfer der Lernerfahrungen. Das Innovative an diesem Ansatz ist die Kombination aus politischer Bildungsarbeit und Anti-Gewalt-Training sowie der Hinterfragung der Tat, der Rechtfertigungsmuster und der Motive in einem absolut demütigungsfreien Setting. Deutschlandweit ist Violence Prevention Network der einzige Anbieter von Trainings mit ideologisch motivierten Gewalttätern. Die Rückfallquote der Teilnehmer liegt unter 30 Prozent, die Quote der Abbrecher bei annähernd 0%. Das Training kostet mit 8.500 Euro pro Person knapp ein Achtel einer erneuten Inhaftierung (= rund 73.000 € pro Person). Die Ausbildung der Trainer/innen unterliegt strengsten Qualitätskontrollen und wird von Violence Prevention Network selbst durchgeführt. Die Arbeit von Violence Prevention Network wird ständig von unabhängigen Instituten wissenschaftlich evaluiert.

Seit 2001 haben über 600 jugendliche Gewalttäter am Programm teilgenommen. Ihr Rückfall hätte neue Gewalt, neue Opfer und Haftkosten von mehr als 20 Mio. Euro erzeugt. Das Programm "Verantwortung übernehmen – Abschied von Hass und Gewalt" hat somit in vielerlei Hinsicht eine gesellschaftliche Wirkung. Die De-Radikalisierung führt zur Re-Integration in das demokratische Gemeinwesen. Die Absenkung der Rückfallquote bewirkt die Verhinderung neuer Opfer und die Senkung der Kosten für die Allgemeinheit.

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