Initiative Sicherheitspartnerschaft - Radikalisierung

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Radikalisierung

Der Islamismus spricht, wie andere extremistische Bewegungen auch, mit seinen vorgeblich revolutionären und antiimperialistischen Zielsetzungen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene an, unabhängig von der Kultur und dem politischem System, von dem sie geprägt sind. So ist in den letzten Jahren ein starker Anstieg von Konversionen zu einem radikalen salafistischen Islam in westlichen Gesellschaften zu beobachten, wobei weiterhin die Mehrzahl der Konvertiten nicht einer radikalen Form des Islam zuzuordnen ist.

Dabei ist der Islam als Kultur mit einem ausgeprägten Gemeinschaftsprinzip im Gegensatz zu den westlichen individualistischen Gesellschaften von besonderer Anziehungskraft für solche Jugendliche, die auf der Suche nach Gruppeneinbindung, Sicherheit und Geborgenheit sind.

Der islamistische Extremismus agiert transnational. Dementsprechend verlaufen auch Radikalisierungsprozesse grenzüberschreitend unter Nutzung der neuen Medien. So besteht auch ohne persönlichen Anschluss an ein radikales Milieu die Option einer Selbstradikalisierung durch über das Internet verbreitete extremistische Inhalte bis hin zur selbständigen Anschlagsvorbereitung und –durchführung.

Die Radikalisierung in der Gruppe wie auch autonom über das Internet zielt darauf ab, moralische Bedenken unter Berufung auf höhere Instanzen – in diesem Fall die eigene, als einzig wahre angesehene Auslegung des Islam – sowie die Abwertung des Opfers zu relativieren oder auszuschalten und die Zielperson so für die Verübung von Anschlägen zu konditionieren. Dabei wirkt die durch die Indoktrination fortschreitende Isolation der Person von ihrem bisherigen Umfeld (Familie, Freunde) und ihre Integration in die radikale Gruppe als einzigem sozialem Bezugspunkt wiederum verstärkt radikalisierend.

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